Engel an ihrer Seite
Den Wecker macht sie aus
den braucht sie heut nicht
sie liegt schon ein paar Stunden wach
sie schaut wie das Licht
durch die Vorhänge bricht
und denkt über ihr Leben nach
Kaum zu glauben, wie schnell die Zeit verging
sie weiß noch wie das früher war
als sie noch mit Zöpfen zur Schule ging
und heut ist sie achtzig Jahr
Sie hört noch genau die Schritte im Flur
das Flüstern vor der Zimmertür
ihr 6. Geburtstag am 10. August
sie kann es noch immer spür'n
das Gefühl im Bauch als das Licht anging
die Familie im Türrahmen stand
der Vater und ihre Schwester Marie
die Mutter mit der Kerze in der Hand
Da war ein Engel an ihrer Seite
unsichtbar und doch ganz nah
da war ein Engel an ihrer Seite
unsichtbar und doch ganz nah
Die Augustsonne wärmt ihre faltige Haut
sie steht auf und macht sich Kaffee
ich lass mir noch Zeit, denkt sie bei sich
bevor ich den Tag angeh
wie immer blättert sie die Zeitung durch
und liest sich bei den Anzeigen fest
ihr Geburtsjahrgang taucht jetzt häufiger auf
wie lang ihre Frist wohl noch ist
Ihr Heinz ist nun schon seit zehn Jahren tot
richtig glauben kann sie’s immer noch nicht
wie plötzlich das kam
wenn sie die Augen schließt
dann sieht sie sein liebes Gesicht
dann hört sie, wie er ihren Namen sagt
wie er zärtlich zu ihr spricht
sie wusste es gleich am ersten Tag
einen Besseren findest du nicht
Da war ein Engel an ihrer Seite
unsichtbar und doch ganz nah
da war ein Engel an ihrer Seite
unsichtbar und doch ganz nah
So manches hat sie im Leben durchgemacht
den Krieg, die Flucht und die Not
es gab Tage dabei, da hatte sie nicht mehr
als die Sachen am Leib, ein Stück Brot
viel schlimmer aber war die brennende Angst
was war mit ihrem Mann
kommt er lebend zurück oder ist er längst tot
was ein Mensch alles aushalten kann
Alleine hätte sie das nie geschafft
da wäre sie hoffnungslos verlor'n
unterwegs, auf der Flucht
und das Kind im Bauch
im Juli wurde Klaus gebor'n
da gab es Menschen
die fragten nicht lange nach
die waren einfach nur da
die packten mit an und halfen ihr
die waren ihr tagtäglich nah
Da war ein Engel an ihrer Seite
unsichtbar und doch ganz nah
da war ein Engel an ihrer Seite
unsichtbar und doch ganz nah
So manchen Engel hat sie noch getroffen
manche hat sie erst später erkannt
an ihrem Zuhör'n, ihrem Mitgeh'n
dass jemand ihr zur Seite stand
und wie sie darüber nachdenkt
da klingelt es an der Tür
und wieder steht da ein Engel
ihre Nachbarin, vor ihr
In der Hand hält sie eine Karte
darauf steht in verschnörkelter Schrift
für unseren Engel hier im Hause
ein Mensch wie man ihn selten trifft
der immer da ist, wenn man ihn braucht
für jeden eine offene Tür
Dafür, dass du unser Engel bist
dafür danken wir dir
Da war ein Engel an unserer Seite
unsichtbar und doch ganz nah
Da war ein Engel an unserer Seite
unsichtbar und doch ganz nah
Den Wecker macht sie aus
den braucht sie heut nicht
sie liegt schon ein paar Stunden wach
sie schaut wie das Licht
durch die Vorhänge bricht
und denkt über ihr Leben nach
Kaum zu glauben, wie schnell die Zeit verging
sie weiß noch wie das früher war
als sie noch mit Zöpfen zur Schule ging
und heut ist sie achtzig Jahr
Sie hört noch genau die Schritte im Flur
das Flüstern vor der Zimmertür
ihr 6. Geburtstag am 10. August
sie kann es noch immer spür'n
das Gefühl im Bauch als das Licht anging
die Familie im Türrahmen stand
der Vater und ihre Schwester Marie
die Mutter mit der Kerze in der Hand
Da war ein Engel an ihrer Seite
unsichtbar und doch ganz nah
da war ein Engel an ihrer Seite
unsichtbar und doch ganz nah
Die Augustsonne wärmt ihre faltige Haut
sie steht auf und macht sich Kaffee
ich lass mir noch Zeit, denkt sie bei sich
bevor ich den Tag angeh
wie immer blättert sie die Zeitung durch
und liest sich bei den Anzeigen fest
ihr Geburtsjahrgang taucht jetzt häufiger auf
wie lang ihre Frist wohl noch ist
Ihr Heinz ist nun schon seit zehn Jahren tot
richtig glauben kann sie’s immer noch nicht
wie plötzlich das kam
wenn sie die Augen schließt
dann sieht sie sein liebes Gesicht
dann hört sie, wie er ihren Namen sagt
wie er zärtlich zu ihr spricht
sie wusste es gleich am ersten Tag
einen Besseren findest du nicht
Da war ein Engel an ihrer Seite
unsichtbar und doch ganz nah
da war ein Engel an ihrer Seite
unsichtbar und doch ganz nah
So manches hat sie im Leben durchgemacht
den Krieg, die Flucht und die Not
es gab Tage dabei, da hatte sie nicht mehr
als die Sachen am Leib, ein Stück Brot
viel schlimmer aber war die brennende Angst
was war mit ihrem Mann
kommt er lebend zurück oder ist er längst tot
was ein Mensch alles aushalten kann
Alleine hätte sie das nie geschafft
da wäre sie hoffnungslos verlor'n
unterwegs, auf der Flucht
und das Kind im Bauch
im Juli wurde Klaus gebor'n
da gab es Menschen
die fragten nicht lange nach
die waren einfach nur da
die packten mit an und halfen ihr
die waren ihr tagtäglich nah
Da war ein Engel an ihrer Seite
unsichtbar und doch ganz nah
da war ein Engel an ihrer Seite
unsichtbar und doch ganz nah
So manchen Engel hat sie noch getroffen
manche hat sie erst später erkannt
an ihrem Zuhör'n, ihrem Mitgeh'n
dass jemand ihr zur Seite stand
und wie sie darüber nachdenkt
da klingelt es an der Tür
und wieder steht da ein Engel
ihre Nachbarin, vor ihr
In der Hand hält sie eine Karte
darauf steht in verschnörkelter Schrift
für unseren Engel hier im Hause
ein Mensch wie man ihn selten trifft
der immer da ist, wenn man ihn braucht
für jeden eine offene Tür
Dafür, dass du unser Engel bist
dafür danken wir dir
Da war ein Engel an unserer Seite
unsichtbar und doch ganz nah
Da war ein Engel an unserer Seite
unsichtbar und doch ganz nah