Stillleben





Der Regen hält jetzt schon seit vielen Stunden an
Der Himmel ohne Wolken, grau in grau
Von fern klingt monoton der Lärm der Autobahn
Wie spät ist es? Ich weiß es nicht genau!
Die Uhr dort an der Küchenwand geht wieder nach dem Mond
Sie lässt sich eben manchmal etwas Zeit
Vielleicht hält sie auch länger, wenn man sie etwas schont
Und ich, ich wär der letzte, der sie treibt

Ich mag es manchmal sehr, dem Regen zuzusehen
Die Tropfen malen Bilder auf das Glas
Die Pfützen wandeln sich in richtig kleine Seen
Zwei Kinder patschen drin und haben Spaß
Die Küche riecht nach Kaffee, die Heizung ist schön warm
Im Radio ein ruhiges Stück von Sting
Die Katze legt sich leise schnurrend in den Arm
Sie mag es, wenn ich melancholisch bin

Natürlich gibt es sooo viel Wichtiges zu tun
Genau genommen hab ich keine Zeit
dem Regen zuzusehen und mich auszuruhn
Vielleicht tut es mir morgen auch schon Leid
Doch heut lass ich mich treiben, heute mach ich blau
Ich lebe einfach mal so vor mich hin
Ich male meine Farben in das Alltagsgrau
und freue mich, dass ich am leben bin